HAST DU TÖNE? Wir schon! |
Die Komponistenklasse Dresden.
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Freie Presse Chemnitz – Tim Hofmann, 19.10.10
Da wiehert die Tuba
Die Kinderkomponistenklasse Dresden zeigt erstmals in Chemnitz, wie aufregend Neue Musik klingen kann
[...] Die Klänge, die zu hören waren, erschließen dagegen ganz andere Weiten, und das nicht nur, weil mit dem Kammerensemble Neue Musik Berlin international angesehene Profis die Stücke der Mädchen und Jungen zum Leben erweckten: Die Werke deckten ein breites Spektrum von Barock-inspirierten Sätzen bis zu lustvoll-freiem Klangexperiment ab und bestachen vor allem durch eine unverkopfte, herzliche Frische voller Musiklust und Erfindergeist. Infantil war dabei absolut nichts, auch wenn man das auf den ersten Blick vermuten mag. Doch die Idee, etwa die Nahrungssuche einer französischen Krabbe samt ihrem schicksalhaften Tod im Topf eines Gourmet-Restaurants oder das Gespräch zweier unterschiedlich alter Bäume mit Klängen zu erzählen, macht selbst unter philosophischen Aspekten Sinn - und in der unverkrampften Auslegung der Kinder absoluten Spaß. Die Mädchen und Jungen nehmen ihre Werke ernst, die Wahl der Mittel weniger. So etwas wünscht man sich im Konzertsaal öfter.
Ganz nebenbei schenkte das Projekt dem Chemnitzer Publikum auch den Genuss exorbitanter Interpretation. Vor allem der Brite Robin Hayward machte im Ensemble klar, warum er als einer der weltbesten Tuba-Virtuosen gilt: Mal nutzte er das Instrument als eine Art Hallraum, mal entlockte er ihm die stotternden Geräusche eines fehlgezündeten Schiffsdiesels, dann wieder Pferde-Gewieher oder auch mal einfühlsame traditionelle Klänge. Unfassbar, dass das ohne Elektronik möglich war! Aber solches Können war nötig: Leicht sind die Kinder-Kompositionen nämlich selbst für Weltklasse-Profis mitunter nicht. [...]
Dresdner Neueste Nachrichten – Hartmut Schütz, 19.10.10
Zwischen Geistern und Realität
Die Hellerauer TonLagen, Dresdens Festival der zeitgenössischen Musik, boten nicht nur ein Dach für große Formate und bekannte Namen, sondern hatten mit dem Jahreskonzert der Komponistenklasse Dresden auch den Nachwuchs im Programm. Die 16 Schüler der von Silke Fraikin geleiteten Klasse im Alter von 9 bis 18 Jahren präsentierten ihr Konzert „Hast du Töne? Wir schon!“ erstmals im Konzertsaal der Musikhochschule und damit unter entschieden verbesserten Bedingungen. Vorausgegangen war ein mit den Proben kombinierter Workshop, der für beide Seiten wichtig und fruchtbar war: Für die Ausführenden ergab sich die Möglichkeit, die Intentionen der Komponisten im Detail kennen zu lernen, und die jungen Komponisten konnten Feinheiten des Instrumentenspiels ganz praktisch verfolgen oder mit den Musikern nach dem richtigen Klang suchen.
Der war getroffen und gereift, als Dirigent Milko Kersten und das Kammerensemble Neue Musik Berlin [...] die Stücke erklingen ließen. [...]
So mischten sich auf wenige Instrumente reduzierte Experimente, üppig instrumentierte und emotional breitgefächerte Stücke mit impressionistischen Anklängen oder voll Witz verarbeitete Alltäglichkeiten. Besonders erfreulich neben der stilistischen Vielfalt dieses Jahreskonzert war die Aufmerksamkeit im neuen Rahmen, die der musikalischen Phantasie von Kindern und Jugendlichen diese ernsthafte Plattform bot. Das unterstrich auch die engagierte und intensiv erarbeitete Darbietung der Werke durch das Kammerensemble Neue Musik Berlin.
Dresdner Neueste Nachrichten – Gabriele Gorgas, 15.6.10
„Meine Schritte auf der Straße“
Binationales bei „Kids on stage“ in Hellerau
Dass Kinder schon frühzeitig ihre Eltern mit verrückten Zeichnungen und Malereien überraschen, kennt ja jeder. Auch, dass sie gern singen und tanzen. Doch komponierende Kinder und Jugendliche, das dürfte wohl eher die Ausnahme sein, wobei in Dresden davon schon seit fast drei Jahrzehnten immer mal wieder zu hören ist. Schließlich gibt es eine Komponistenklasse für junge Tonschöpfer. [...]
Bei „kids on stage“ im Festspielhaus Hellerau hat sich jetzt die Komponistenklasse Dresden erstmals in einem Gemeinschaftskonzert mit der Prager Komponistenklasse „Maly Dvorak“ vorgestellt, und was da im Großen Saal vor reichlich Publikum zu hören ist, hat es wahrhaft in sich. Kein musikalisches Einerlei mit vordergründiger Effekthascherei – es sind individuell geprägte, zuweilen von Vorbildern inspirierte kleine Musikstücke, die trotz ihrer Kürze eine eigenwillige und markante Klangsprache haben. [...]
Und spürbar gehen die Musizierenden sensibel mit den Werken um, bewegen sich damit zuweilen durch den Saal, nehmen die jungen Tonschöpfer ernst. Und das haben diese absolut verdient – sie alle gemeinsam erhalten nach der Aufführung reichlich Beifall und viele Blumen. [...]
DIE ZEIT Nr. 20 - Ralf Geißler, 12.5.10
Gute Noten
Die Dresdnerin Silke Fraikin lehrt Kinder das Komponieren. Schon Zehnjährige schreiben eigene Lieder
Ein Trommelwirbel. Die Oboe schleicht sich heran. Fagott und Violine kämpfen um die Vorherrschaft. "Oft denken sich Kinder Geschichten aus und erfinden Musik dazu", sagt Silke Fraikin. [...] Aus den Lautsprechern ertönt die Miniatur Krieg der gigantischen Bombanten. Es klingt ein wenig wie im Asterix-Film. Lustig, aber auch martialisch. Als eine Sopranistin schrill um Hilfe ruft, lächelt Fraikin. [...] "Ich will mit dem Vorurteil aufräumen, dass Komponieren nur etwas für Wunderkinder ist", sagt Fraikin. Sie schult bei 8- bis 18-Jährigen Gehör und Rhythmusgefühl, lehrt das Lesen von Partituren - und wie man eine Melodie zu Papier bringt. [...] Bis zu drei Monate arbeitet Fraikin mit ihren Schülern an rund zwei Minuten Musik. "Man braucht viel Geduld, um etwas Eigenes zu schaffen", sagt sie. [...] Sie blättert in einem Stapel Fragebögen, die sie ihre Klasse ausfüllen ließ. Unter dem Stichwort "Lieblingskomponisten" notierten ihre Schüler neben Beethoven und Tschaikowsky die Stars aus der Bravo: Eminem, Wise Guys und die Black Eyed Peas.
Dresdner Neueste Nachrichten - Wieland Schwanebeck, 14.10.09
Hier wird der Hund in der Kiste verrückt!
TonLagen-Festival: Konzert der Komponistenklasse Dresden
Der Dirigent kann das Konzert nicht pünktlich eröffnen: Selbst zehn Minuten nach Beginn drängeln noch interessierte Zuhörer in die Dreikönigskirche, wo 16 Werke der von Silke Fraikin geleiteten Komponistenklasse Dresden ihre Uraufführung erlebten. Die zum Teil für die Interpreten höchst anspruchsvollen Stücke der 8- bis 17-jährigen Schüler waren beim Ensemble Courage und der Sopranistin Jana Reiner in besten Händen. Roland Kluttig leitete das zweistündige Konzert mit feinem Gespür.
Schon bei den jüngsten Komponisten beeindruckt die Vielfalt der Hnadschriften [...]. So viel Fantasie bezwingt auch Kreativblockaden: In ihrem Geigensolo „Keine Idee“ macht Mia Kersten aus der Not eine Tugend und löst das Problem szenisch.
In vielen solcher Momente verdient sich das Ensemble Applaus für den Einsatz übers Notenpult hinaus. Besonders Ulrich Grafe meistert am Schlagzeug immer wieder Spezialaufgaben [...].
Einige der Nachwuchskomponisten scheinen sich zudem literarisch ein zweites Standbein zu schaffen: Svenja Kuhn verarbeitet vielfältige Metaphernkomplexe für ihren „Einsamen Wanderer“ [...]. Hier wird offenbar, dass Jana Reiner sich der jugendlichen Werke nicht nur mit hohem sängerischen Einsatz annimmt, sondern auch virtuos pfeifen kann. [...]
Dresdner Morgenpost, 12.10.09
Konzert-Premiere für Sachsens Mini-Mozarts
Sachsens jüngste Komponisten brachten gestern über 300 Zuhörer in der Dreikönigskirche zum Staunen. Insgesamt elf Mini-Mozarts im Alter von 9 bis 18 Jahren hatten mit ihren Stücken Premiere. [...]
Judith Lorenz (9) war gestern die Jüngste. Anderthalb Minuten Musik hat sie entworfen. Thema: ein Krieg zwischen Galliern und dem Fantasie-Volk der Bombanten. [...] Aufgeregt war sie kaum, schließlich ist sie schon seit zwei Jahren dabei. Komponieren will die Neunjährige später trotzdem nicht: „Ich will Medientechnikerin werden“, sagt sie ganz erwachsen.
ddp – Hendrik Lasch, 5.10.09
Nachwuchskomponisten bitten zum Jahreskonzert
[...] „In meiner Musik erzähle ich gern Geschichten oder beschreibe Bilder“, sagt Adrian Laugsch, der Komponist ist – einer der jüngsten in Sachsen. Sein aktuelles Werk wird am Sonntag in der Dreikönigskirche Dresden uraufgeführt. Dort findet das Jahreskonzert der Dresdner Komponistenklasse statt, bei dem die professionellen Musiker des Ensemble Courage im Rahmen des Dresdner Festivals für zeitgenössische Musik „TonLagen“ 16 nagelneue Kompositionen von Kindern und Jugendlichen zu Gehör bringt. [...]
Theorie stehe [...] bei ihrer Arbeit nicht im Mittelpunkt, betont Fraikin, die einst selbst in einer Klasse für junge Komponisten unterrichtet wurde, das Fach später auch studierte und es nunmehr seit 15 Jahren unterrichtet. Kinder mit Fantasie und Neugier sollten vielmehr „in einem spielerischen Zugang angeregt werden, ihre Geschichten zu vertonen.“ Das Fehlen von viel Fachwissen sei dabei zunächst sogar förderlich: „Sie sind dann unvoreingenommen und bewerten nicht jede Komposition sofort in ästhetischen Kategorien.“ Auch ein Instrument beherrschen nicht alle ihrer Schüler.
Diese lernen im Unterricht zunächst, ihre Ideen zu Papier zu bringen, wozu nicht unbedingt Noten erforderlich sind: „Das kann auch grafisch geschehen – Hauptsache, die Musiker verstehen es“, sagt Fraikin. [...] Bis diese freilich in voller Schönheit zum Klingen kommen, vergeht meist viel Zeit, sagt Fraikin: „Das ist ein sehr zeitaufwendiges Hobby.“ [...]
Dresdner Neueste Nachrichten - Hartmut Schütz, 22.05.09
Klang und Kunst und Kuchen
Ins „Idyll“ von Bärwalde mit der Komponistenklasse Dresden
Der Morgen auf dem Lande beginnt mit dem Hahnenschrei. Glaubt man jedenfalls landläufig. Auf dem Hof der „Kulturscheune Bärwalde“ hörte sich das ganz anders an: vom Misthaufen kam kein Krähen, sondern nur intensives Schnarchen. Der Herold des Sonnenaufgangs hatte offenbar verschlafen. „Hahn am Morgen“ hieß die spaßige Installation, ersonnen von Laurin Stöckmann, Adrian Laugsch und Mia Kersten. Dieses kleine Detail gehörte zum nachmittäglichen Wandelkonzert mit dem Titel „Idyll“, zu dem die Komponistenklasse Dresden unter Leitung von Silke Fraikin mit neuester Musik und das project:olga mit einer Ausstellung beachtlich viel Publikum aufs Land gelockt hatten. […] Die fünf bildenden Künstler vom project:olga um den Maler und Grafiker Wolfgang Bosse brachen die Räume in ihrer idyllischen Anmutung auf, platzierten Malerei mit geometrischen Formen bis zu verfremdeten Landschaften inmitten von Heuduft und Kutschwagen […]. Inmitten der Räume und Bilder entwickelten die musikalischen Miniaturen der Kompositionsschüler weitere Ebenen, die auf andere Art das „Idyll“ humorvoll und spielerisch veränderten. Musiziert wurde in allen Ecken des Gehöfts und da die jungen Komponisten den Ort ausgiebig erkundet hatten, gab es zahlreiche Bezüge zwischen der Musik und den temporären Konzertpodien [...] durchklang. Doch mit Horn und Alphorn (Andreas Roth), Klarinetten (Daniel Rothe), Schlagwerk (Maximilian Wutzler) und verschiedenen Tasteninstrumenten (Almut Weicht) ließen sich auch Brüche zur Schönheit des sonnigen Nachmittags darstellen, wie Tom Haas‘ „Idylle minus eins“ – gespielt im Rübenkeller – oder einige archaische Stücke mit energischem Trommelspiel und Bläserklängen zeigten. […] So bekam der schnarchende Hahn doch noch mit „Der verrückte Gockel“ von Clemens Kersten einen arbeitssamen Kollegen, der passend im Hühnergarten auf der Klarinette spielte. „Kaffeepause“ riefen zwei Musiker und setzten sich in die Gartenlaube, in der sie einer Idee von Svenja Kuhn folgend der Aufnahme ihrer eigenen Musik lauschten und dazu auf den Tassen konzertierten. […]
Aachener Zeitung "Aktuelles für Kinder" - Sabrina Gorges, November 2008
Mit dem ersten Ton fängt alles an
Komponieren ist nicht nur etwas für Erwachsene. Auch Kinder können das sehr gut. Laurin und Pit aus Dresden zum Beispiel. Sie erfinden total gerne Musik. Beide spielen auch selbst ein Instrument. […] Laurin spielt Klavier. Auch wenn er Teile für neue Musikstücke im Kopf hat, probiert er seine Ideen oft am Klavier aus. Ab und zu spielt er dann ein paar Töne. So kann er sich besser vorstellen, wie seine Musik-Ideen klingen. Sein neuestes Werk ist wieder schaurig und heißt „Gespensterduett“. Ähnlich geht es bei Pit. Er ist acht und auch Komponist. Zwei Stücke hat er schon geschrieben. Auf einem Blatt stehen Noten und andere Symbole. „Der Tag“ hat Pit darüber geschrieben. Das Stück dauert zwei Minuten. […] Die Jung-Musiker gehen einmal in der Woche zum Unterricht zu Silke Fraikin und Johannes Korndörfer. Die zwei sind Komponisten, Musiker und Lehrer. Sie helfen den Kindern beim Komponieren. „Die meisten spielen ein Instrument, aber es ist keine Voraussetzung. Zu uns können alle Kinder kommen, die sich für Musik begeistern“, sagt Silke Fraikin. […]
Dresdner Neueste Nachrichten - Hartmut Schütz, 17.11.08
Fantasien zum Klingen bringen
Uraufführungen von jungen Komponisten
Obwohl alle Stücke von Kindern komponiert wären, seien sie oft so anspruchsvoll, dass man zu ihrer Aufführung gut ausgebildete Musiker brauche, erklärte Dirigent Milko Kersten zu Beginn des Jahreskonzerts der Komponistenklasse Dresden. Nicht weniger als 17 Schüler hatten gemeinsam mit der Leiterin der Klasse, Silke Fraikin, und anderen Dozenten in zwei Ferienkursen und vielen weiteren Stunden ein beachtliches Programm vorbereitet, das von winzigen Miniaturen bis zu umfänglichen Ensemblestücken reichte. Die Fantasien zum Klingen brachte in diesem Jahr das sehr aktiv musizierende Kammerensemble Neue Musik Berlin.
Was diesen Kindern Spaß macht, sie interessiert und bewegt, findet selbstverständlich auch den Weg in ihre Musik und in die Titel der Stücke. Gleich zu Beginn wurden die Zuhörer auf „Die Jagd“ mitgenommen, die der elfjährige Adrian Laugsch zu einer bildhaften Programmmusik geformt hatte. Er gehörte zu den Schülern, die bereits komplexere Stücke für größere Besetzungen schreiben. Die jüngeren [...] legten kürzere, mehrstimmige Arbeiten vor, die besonders durch ihren Witz wirkten. Diesen in derart komprimierter Form zu erzeugen, ist dabei sicher nicht einfach: „Hungriger Tiger“ von Pit Neumann für vier Instrumente oder Duette wie „Das Wettrennen“ von Judith Lorenz und Nora Schneiders „Spätsommer“ erzählten so spannende wie zauberhafte kleine Geschichten. Ältere Schüler fanden ihre Ideen gern in Konfliktstoffen, so Tom Haas für sein „Hin und wider“, einer dramatischen Diskussion zwischen Posaune und Bratsche.
Geister und Gespenster inspirieren Kinder seit jeher, und sie spukten deswegen auch musikalisch auf einem Friedhof und besonders ausgiebig im „Gespensterduett“ von Laurin Stöckmann. Der hatte nicht nur ein ausgesprochen humorvolles Musikstück verfasst, er verlangte auch Aktion von den Musikern, die neben dem Spiel auf Posaune und Bassklarinette die Bewegungen der Gespenster darstellen mussten. Dieses und andere Stücke zeigten zudem, wie die jungen Komponisten mit Klängen und Geräuschen experimentieren [...]
KINA Nachrichten für Kinder - Sabrina Gorges, 24.10.08
Dumpfe Klänge und schrille Schreie
In einer Dresdner Komponistenklasse machen Kinder ihre eigene Musik
Dresden – Aus der Musikanlage kommen düstere Klänge. Ein dumpfer Kontrabass wabert vor sich hin. Es hört sich ganz schön gruselig an. Plötzlich quietscht eine schrille, hohe Querflöte. Es klingt wie ein lauter Schrei. Nach zweieinhalb Minuten ist die Musik zu Ende. Laurin hat sie sich ausgedacht. Er ist elf und schon ein Komponist. Er nennt sein Stück „Der Einbrecher“. „Weil ich immer Angst im Dunkeln habe“, erklärt er und grinst. Laurin besucht die Komponistenklasse Dresden. Das ist keine richtige Schulklasse. Die Kinder und Jugendlichen treffen sich nachmittags nach der Schule. Sie erfinden Musik. Auf einen Tag im Jahr freuen sich Laurin, Pit und die anderen besonders. Bei einem Konzert spielt ein großes Orchester ihre Stücke. Die Komponisten hören dann, wie ihre Musik – gespielt von mehreren Instrumenten – klingt. […]
Dresdner Neueste Nachrichten - Hartmut Schütz, 6.11.07
Wunderkinder essen Fisch
Jahreskonzert der Komponistenklassen
Hütet euch vor diesem Einbrecher: Er besteht zwar nur aus Tönen, doch schleicht er ganz unheimlich heran, die Türe knarrt und ein Schrei gellt durch die Stille der Nacht – Lachen verriet die Erleichterung, aber wer hätte behauptet, er wäre nicht erschrocken? Mit wenigen Takten Musik eine solche Wirkung zu erzeugen, ist schon ein Kunststück, und das Programmheft verriet das Geburtsjahr des Komponisten dieser Miniatur: 1997. Damit gehört Laurin Stöckmann zum „Mittelfeld“ der Komponistenklassen Dresden und Halle-Magdeburg, die in der Dreikönigskirche ihr Jahreskonzert vorstellten. Der Jüngste zählt gerade sieben, der Älteste ist achtzehn Jahre, was aber für die Arbeit mit den Schülern nur nebenbei eine Rolle spielt. Den Begriff „Kinderkomponistenklasse“ hört Silke Fraikin, Leiterin der Dresdner Klasse, daher auch gar nicht gern, denn aus Kindern werden flugs Jugendliche […]
Entstanden waren fast zwei Dutzend kurze Stücke, in denen der Fantasie tatsächlich keine Grenze gesetzt war. […] Die Breite der verwendeten musikalischen Mittel war verblüffend. Neben Melodiösem standen experimentelle Stimmgeflechte, jazziger Schwung neben traditionellen, zweistimmig gesetzten Liedern. Nichts aber davon war belanglos, das Werk von Kindern zwar, aber kein Kinderkram. […]
Freie Presse Chemnitz - Tim Hofmann, 6.11.07
Tönende Einbrecher verbiegen Orchesterprofis die Finger
Frischer Wind für altehrwürdige Konzerthäuser: In Dresden stellen Kinder der Komponistenklasse mit farbigen Klängen die Klassik auf den Kopf
[…] Wenn man am Samstagnachmittag in der Dresdner Dreikönigskirche das Jahreskonzert der Komponistenklasse gehört hat, fragt man sich besorgt, warum es so eine Klasse nicht an jeder Musikschule gibt. Mindestens. Denn die Stücke, die die nur 19 (!) Schüler erdachten, waren eine kleine Offenbarung irgendwo zwischen Neuer Musik und Volksliedern. […] Die Nachwuchs-Komponisten nutzen dabei so keck wie filmreif viele Effekte – auch wenn die sehr versierten Musiker von Sinfonietta Dresden unter der Leitung von Milko Kersten, die die Werke mit allem „erwachsenen“ Ernst einstudiert hatten, sich dafür ganz schön die Finger verbiegen mussten. Herausragend dabei die beiden Miniaturen „Leben in der Stadt“ und „Der Einbrecher“ von Laurin Stöckmann, der verblüffend bildhafte Szenen mit rein klassischen Mitteln zu erzeugen wusste. Jeder der Komponisten erhielt zur Uraufführung viel Beifall und Blumen. Ob aus den kleinen Tonschöpfern einmal echte Größen werden, ist sicher offen. Eines werden sie mit Sicherheit nicht: reine Orchester-Handwerker und akribische Nachspieler mit Bach-Scheuklappen.
Sächsische Zeitung - Tom Vörös, 3./4.11.07
In effektvollen Pausen reißt der Novembernebel auf
In Dresden präsentieren junge Komponisten ihre Fantasien in Tönen.
Wenn ein Teenager zum Dirigenten sagt, wie das Orchester spielen soll, dann ist das schon ein ungewohntes Bild. Auf dem Kontrabass wird dann schon mal das Knarren einer alten Tür oder die Flucht eines Einbrechers imitiert – Ideen der Kinder werden zu Musik.
„Schüler und Jugendliche komponieren völlig unvoreingenommen. Dadurch sind viele Stücke sehr schwer umzusetzen“, sagt der Dirigent Milko Kersten. Er, der Leiter von Sinfonietta Dresden, probt mit seinem Ensemble Eigenkompositionen von Kindern der Komponistenklasse Dresden und der von Halle-Magdeburg. […] Mal entstehen die Werke durch unvoreingenommenes Herumexperimentieren, mal dank ganz klarer Vorstellungen zu Klang und Strukturen. „Der letzte Groschen fällt beim Konzert“, sagt die Leiterin der Komponistenklasse Silke Fraikin. […] Die etwas ungewöhnliche Freizeitbeschäftigung steht grundsätzlich allen Kindern offen, die praktische Kompositionserfahrungen sammeln wollen. […]
TOP-Magazin Dresden - Helga Uebel, Herbst-Ausgabe 2007
82. Bachfest 2007 in Freiberg
Junge Komponisten auf der Erfolgsleiter
Das 82. Bachfest der Neuen Bachgesellschaft findet in diesem Jahr in Freiberg in Verbindung mit den 17. Gottfried-Silbermann-Tagen vom 20. Bis 30. September statt. Aus diesem Anlass hat die Gesellschaft Kinder und Jugendliche zu einem Kompositionswettbewerb aufgerufen […]. Unter den vier Preisträgern befinden sich auch zwei junge Sachsen – der 12-jährige Tom Haas aus Dresden und der 13-jährige Lukas Bogner aus Löbau. Beide sind Mitglieder der Komponistenklasse Dresden […]. Zweimal jährlich stattfindende Ferienkurse lassen die Schüler erfahren, dass Komponieren viel Freude machen kann, aber auch harte Arbeit ist.
Unsere beiden Sieger selbst zu ihren Stücken:
Tom sagt über seine Miniatur Disput für Horn, Posaune, Tuba und Streicher: „[…] Mein Stück erzählt die Geschichte einer Auseinandersetzung zwischen B-A-C-H und H-A-A-S.“ Lukas über sein Kammerorchesterstück: „Auf die Idee mit dem zweideutigen Titel Meer von Bach bin ich durch den bekannten Spruch ‚Nicht Bach, Meer sollte er heißen‘ gekommen.“
„NEUgierige Leute und BACH heute“ ist das Motto des Preisträgerkonzertes, dass am 29. September im Theater Freiberg stattfand und von der Sinfonietta Dresden unter Leitung von Milko Kersten gestaltet wurde.
TOP-Magazin hat die Komponistenklasse beim letzten Sommerkurs in Bautzen besucht und die sächsischen Preisträger kennengelernt. In allen Räumen und an allen Instrumenten herrschte fröhliches Treiben. Das nächste Jahreskonzert […] wurde unter fachkundiger Anleitung durch Silke Fraikin, Johannes Korndörfer und Julia Rarisch vorbereitet, die alle drei selbst aus der Komponistenklasse hervorgegangen sind. […]